Phlebologie (Behandlung von Venenerkrankungen)


Was versteht man unter Phlebologie – Bedeutung und Herkunft

 

Die Bezeichnung Phlebologie stammt aus dem altgriechischen und bedeutet übersetzt „Venenlehre“. Sie befasst sich mit Erkrankungen des Venensystems und deren Prävention und Behandlung. Venen sind zuständig für den Abtransport des sauer- und nährstoffarmen Blutes in Richtung Herz und Lunge. Wird dieser Rückstrom beeinträchtigt, kann dies zu Venenerkrankungen führen.

Wie diese Venenleiden aussehen und wie sie behandelt werden, erklären wir Ihnen auf unserer Website der Praxis Heide- Chirurgie Soltau.

 


Krankheitsbilder, Symptome und Risikofaktoren

 

Damit Sie sich ein Bild über Behandlungsmöglichkeiten von Venenerkrankungen in unserer Praxis Heide- Chirurgie Soltau machen können, haben wir auf dieser Seite verschiedene Krankheitsbilder aufgelistet.

 

Varikose (Krampfadern und Besenreiser)

Besenreiser sind oberflächige kleine Venen, die meist gut sichtbar an den unteren Extremitäten entstehen. Meist sind sie harmlos und stellen nur ein ästhetisches Problem dar, können aber auch ein Anzeichen einer chronischen Venenerkrankung sein. Deswegen sollte bei auftreten weiterer Beschwerden wie z. B. müde, schwere und angeschwollene Beine, Spannungsgefühl und Schmerzen Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden. Besenreiser lassen sich durch eine Verödung oder einer Radiofrequenztherapie entfernen.

Krampfadern (Varizen) lassen sich nicht nur gut sehen, sondern auch ertasten. Sie äußern sich durch bläuliche Schlängelungen meist an den unteren Extremitäten. Spürbare Symptome des Krampfaderleidens sind schwere Beine, Ödeme (Wasseransammlungen), Hautspannen oder Juckreiz. Durch die Unterversorgung des betroffenen Bereichs kann es im Verlauf zu Komplikationen wie einer Venenentzündung (Phlebitis) oder Geschwüren und „offene Beine“ (Ulcus cruris) kommen. Genau wie Besenreiser entstehen Varizen durch einen venösen Rückstau in Folge einer Venenschwäche. Geeignete Behandlungsmethoden für Krampfadern sind, je nach Form und Ausprägung Kompressionstherapie, Verödung (Sklerosierung), Radiofrequenztherapie, Stripping oder Exhairese.

 

Thrombose

Unter einer Thrombose versteht man einen Gefäßverschluss durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Die Entstehung wird durch 3 Faktoren beeinflusst: Veränderung der Gefäßwände, des Blutstroms sowieso der Blutzusammensetzung. Typische Symptome einer Thrombose sind muskelkaterähnliche Schmerzen, Spannungsgefühl, rot- bläuliche (livide) Verfärbung und Überwärmung. Eine rechtzeitige Behandlung ist wichtig, um eine Embolie und andere Spätfolgen wie Krampfadern und Geschwüre zu verhindern. Eine Behandlung erfolgt entweder durch einen Kompressionsverband und Ruhigstellung, gerinnungshemmende Medikamente oder in manchen Fällen durch eine Thrombektomie (operative Entfernung des Thrombus).

 

Chronisch venöse Insuffizienz (CVI)

Mit einer chronisch venösen Insuffizienz bezeichnet man eine Funktionsstörung der Venen, die mit einer Rückflussstörung, Ödemen und Hautveränderungen einhergeht. Die ersten Anzeichen sind Krampfadern und Flüssigkeitsansammlungen. Später folgen auch Pigmentierung und entzündliche Veränderungen der Haut (Ekzeme). Eine unbehandelte chronisch venöse Insuffizienz kann zu einer Thrombose und einem „offenen Bein“ (Ulcus cruris) führen.

Das Ulcus cruris ist eine tiefliegende und nässende chronische Wunde am Unterschenkel bzw. im Knöchelbereich. Eine Wundversorgung durch einen Arzt oder einer geeigneten Pflegekraft ist unbedingt zu empfehlen.

Die Behandlung der chronisch venösen Insuffizienz hängt von der Ausprägung ab. Ziel ist es, den venösen Rückfluss zu unterstützen. Dafür sind Kompressionsstrümpfe oder -verbände geeignet. Starke Ödeme lassen sich durch entwässernde Medikamente behandeln. Im fortgeschrittenen Stadium kann auch eine Verödung oder eine Operation des betroffenen Bereichs sinnvoll sein.

 


Risikofaktoren und Prophylaxe

Die Risikofaktoren für die jeweiligen Venenerkrankungen unterscheiden sich nicht sonderlich. Die wichtigsten gemeinsamen Nenner sind Bewegungsmangel, Übergewicht und hohes Alter. Auch Rauchen, genetische Veranlagung und erhöhter Blutdruck können Ursachen für venöse Erkrankungen sein. Im Fall der Ulcus cruris ist die Diabetes- bedingt Nervenschädigung (Polyneuropathie), bei der die Empfindlichkeit der Füße abnimmt, ein weiterer wichtiger Risikofaktor.

Um Varikosen und andere Störungen des Venensystems vorzubeugen, gibt es diverse Maßnahmen. Dazu gehört eine ausreichende Bewegung, gesunde Ernährung, Optimierung des Gewichts und passende Kleidung (nicht zu eng, bequeme und flache Schuhe).

 


Diagnostik

Zu einer ausführlichen Diagnostik zur Prävention und Erkennung von Venenerkrankungen gehört eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung. Eine Reihe von bildgebenden Verfahren unterstützt diesen Prozess. Die Dopplersonographie (oder auch Duplex- Ultraschall) ist eines der Standardverfahren in der Phlebologie. Bei dieser Untersuchung wird anhand eines Ultraschalls der Blutfluss, insbesondere Flussgeschwindigkeit und -richtung) in den Gefäßen kontrolliert. Mit der CT- und MR- Angiographie die Venen und Arterien im Körper detailreicher verbildlicht werden. Meist reicht aber bereits eine Dopplersonographie aus, um eine Störung des Venensystems beurteilen zu können. Unsere Praxis Heide- Chirurgie Soltau ist mit allen Geräten ausgestattet, um eine vollständige Diagnose stellen zu können.

 


Behandlungsmethoden

In der Phlebologie gibt es je nach Erkrankung diverse Behandlungsmethoden, die wir in unserer Praxis Heide- Chirurgie Soltau durchführen.

 

Radiofrequenztherapie (endovenöse Therapie)

Die endovenöse Radiofrequenztherapie ist eine schonende Behandlungsmöglichkeit, um eine Stammvene bei Krampfadern zu verschließen. Bei diesem Verfahren wird über einen kleinen Katheter unter Ultraschallkontrolle dem Gefäß dosiert Wärme zugeführt und so verschlossen. Die Behandlung geschieht ambulant und mittels örtlicher Betäubung. So können Sie die Praxis kurz nach dem Eingriff wieder verlassen.

Mittlerweile werden die Kosten der Radiofrequenztherapie von verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen,wie z. B. der AOK in Niedersachsen teilweise oder sogar komplett übernommen. Gerne sind wir bei einer Anfrage bei Ihrer Krankenkasse behilflich.

 

Kompressionstherapie

Je nach Ausprägung der Varizen kann auch eine konservative, also eine nicht- operative Behandlung sinnvoll sein. Eine häufig eingesetzte konservative Behandlungsmethode ist die Kompressionstherapie. Hierbei werden durch Druck von außen die „erschlafften“ Venen bei dem venösen Rückfluss (Richtung Herz) unterstützt. Diese Art von Therapie wird nicht nur bei Varizen, sondern auch bei Erkrankungen wie Thrombose, chronisch venöse Insuffizienz, Ödemen und Ulcus cruris eingesetzt. Um diesen Druck zu erzeugen eignet sich eine Kompressionsbekleidung (Strümpfe und Hosen). Diese spezielle Bekleidung wird durch einen Arzt verordnet, in einem Sanitätshaus vermessen und individuell angefertigt. Im Gegensatz zu früher hat sich, was den Tragekomfort und den modischen Aspekt angeht, bezüglich Kompressionsstrümpfe vieles entwickelt und zum Positiven verändert.

In unsere Praxis können wir Sie gerne hierzu beraten und Ihnen diverse Muster zeigen.

 

Sklerotherapie

Bei der Sklerosierung (Verödung) handelt es sich um ein Verfahren, bei dem das krankhaft veränderte Blutgefäß (Besenreiser oder Krampfadern) verschlossen wird. Das Verschließen geschieht durch Einspritzen eines Verödungsmittels unter Ultraschall. Diese Methode benötigt keine Betäubung, kann ambulant durchgeführt werden und ist relativ schmerzarm.

 

Stripping/ Exhairese

Das Stripping ist eine klassische Venenoperation, um Krampfadern zu entfernen. Während der Operation werden Schnitte ober- und unterhalb der erkrankten Stammvene gesetzt, Seitengefäße verschlossen und die Vene durch eine eingeführte Sonde herausgezogen. Das Stripping kann ambulant durchgeführt werden und in der Regel unter Vollnarkose.

Die Exhairese (oder auch Miniphlebektomie) ist ein ähnliches Verfahren. Hier werden eine oder mehrere kleine Stiche gesetzt, über die veränderte kleinere Venen herausgezogen werden. Diese Stiche sind meist so klein, sodass keine Nähte notwendig sind. Die Behandlungsmethode eignet sich zum Entfernen von Seitenästen oder von kleinen bis mittleren Krampfadern.

Beide Methoden zur Krampfaderentfernung werden heutzutage zwar noch praktiziert, werden aber nach und nach von modernen Verfahren abgelöst. Denn im Unterschied zu der klassischen Operation sind die neueren Techniken (Sklerotherapie und Lasertherapie) schonender und benötigen keine lange Heilungsphase. Daher führt Dr. Allgaier, der bereits seit 25 Jahren im Bereich der Gefäßchirurgie arbeitet und damals auch noch die klassische Venenoperation erlernt hat, das Stripping nur noch in Ausnahmefällen durch.